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Julie Schraderder "Welfische Schwan" |
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Julie Schrader »Julchen« Schrader wurde am 09.12.1881 in Hannover geboren und setzte 1939 in Oelerse, einem Dörfchen in der Nähe Hannovers, ihrem Leben ein Ende. Dazwischen führte sie zumindest bis zu ihrer Heirat ein an Extravaganzen reiches Leben.
Die lebenslustige junge Dame bewegte sich in den Dezennien um die Jahrhundertwende durch die Salons und Boudoirs des gebildeten Bürgertums: als Hausdame, Bonne und konsularische Anstandsdame. Zwei große Lieben beherrschten ihr Leben, die Liebe zur Poesie und die Liebe zur wilheminischen Männerwelt. Die Früchte ihrer lyrischen Passion entzücken noch heute ob ihrer freiwillig-unfreiwilligen Komik, sie machten Julie Schrader, die man gerne mit Frederike Kempner vergleicht, berühmt als den »Welfischen Schwan«. Ihren erotischen Künsten - flüchtiger als die der Poesie - verdankte sie einen diskreten Ruhm bei einer ansehnlichen Schar von Zeitgenossen, denen sie ihre Gunst schenkte. Carl Sternheim, Frank Wedekind, Arno Holz, Emil von Schönaich-Carolath, Paul Lincke, Börries von Münchhausen und Leo Fall - das sind nur wenige Namen aus der Schar jener Männer, die sie besang, belagerte und (fast ohne Ausnahme) besiegte. Max Brod schrieb über Julie Schrader: »Wo gibt es noch solche herrlichen, unmittelbaren Künder des Gefühls? Gewiß: Naiv, aber doch eine schöne Prise Ironie. Die Dame bringt die lebenswichtigen Vitamine mit, die unserer Zeit fehlen: Komik, Humor, herzliche Mitteilsamkeit, Optimismus, Keuschheit gegenüber dem Sexus (in dem ihr der Eros alles ist!)«. Komik und Sinnlichkeit, im Leben eigentlich stets Feinde, ergänzen einander in »Julchens« literarischen Hinterlassenschaften: ihren (ca. 2000) Gedichten, Poemen, Erzählungen und Theaterstücken. Sie machen sie zu einer witzigen und erfrischenden Lektüre für jeden, dem die blanke Pornographie auf die Nerven geht. Zugleich haben wir es hier mit faszinierenden Dokumenten einer vergangenen Epoche zu tun, reich an Informationen, für jeden, der es liebt, sich ein wenig auf den Hintertreppen der Kulturgeschichte umzusehen. |
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Info Julie Schrader
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